Spiros Simitis

Spiros Simitis wurde 1934 in Athen geboren. Er kam 1952, gleich nach seinem Abitur, in die Bundesrepublik und studierte bis 1956 Rechtswissenschaft an der Marburger Philipps-Universität. Nach seiner 1956, ebenfalls in Marburg erfolgten Promotion, habilitierte er sich 1963 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Von 1964 bis 1969 war er ordentlicher Professor an der wieder aufgebauten juristischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität in Giessen.

1969 kehrte er als ordentlicher Professor an die Goethe-Universität in Frankfurt am Main zurück, wo er seither geblieben ist. Als Gastprofessor lehrte er unter anderem an den Universitäten California-Berkeley (1976), Straßburg (1987-88); Yale (1981-2000). Von 1975 bis 1991 war er Datenschutzbeauftragter in Hessen, dem weltweit ersten Land, das ein Datenschutzgesetz verabschiedete.

1966 bis 1980 leitete er die Expertenkommission des Europarates für Datenschutz. 2000-2005 war er Vorsitzender des Sachverständigenrates der Europäischen Kommission für Sozialrechte (1998) sowie von 2000-2005 des Deutschen Ethikrates. Er ist Ehrendoktor mehrerer Universitäten, korrespondierendes Mitglied der Athener Akademie (seit 2003) und Ehrenmitglied des Deurschen Juristentages. Die Universität Florenz hat ihn 2004 zum „Protagonisten der Europäischen Kultur“ ernannt.

2010 wurde er mit der „Chancellors citation“ der Universität California-Berkeley ausgezeichnet. Arbeits-, Delikts- und Familienrecht, ganz besonders aber die Ursachen, Formen sowie Auswirkungen der Verarbeitung personenbezogener Daten sind seine zentralen Arbeitsfelder, in denen er sich durchweg, gleichviel also, ob es um das Kindeswohl., die Realisierung der Gleichberechtung oder die Konsequenzen der Informationstechnologie geht, vor dem Hintergrund einer sozialen, politischen und ökonomischen Analyse bemüht, Kontext und Schwerpunkte der jeweiligen Fragestellungen zu analysieren.